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Fassadenfarbe-Ratgeber SüdwestFarbe, Fassade, Wärmeschutz
StartGlossar: Fachbegriffe rund um Fassade und Farbe

Glossar: Fachbegriffe rund um Fassade und Farbe

Die Begriffe in diesem Glossar stammen aus Technischen Merkblättern, dem Gebäudemodernisierungsgesetz und der Förderrichtlinie, so wie sie in unseren Beiträgen vorkommen. Die Erklärungen sind bewusst knapp; ausführlicher geht es in den verlinkten Ratgebern weiter.

A bis F

Bagatellgrenze
Änderungen, die nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen, sind von der U-Wert-Anforderung ausgenommen (§ 36 Satz 2 GModG). Das Ausbessern einzelner Putzschäden fällt in der Regel darunter.
BEG EM
Richtlinie der Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen, gültig in der Fassung vom 17. Juli 2026 seit dem 21. Juli 2026. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle nennt das BAFA einen Grundfördersatz von 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Eine gedämmte Außenwand muss dafür einen U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²·K) erreichen.
Biozide
Wirkstoffe gegen Algen und Pilze, die vielen Fassadenfarben zugesetzt werden. Laut Umweltbundesamt werden sie mit dem Regen ausgewaschen und wirken nur vorübergehend; als dauerhafte Lösung nennt das Amt konstruktiven Schutz wie Dachüberstände und Tropfkanten.
Dispersionssilikatfarbe
Silikatfarbe, die nach der VOB-Norm DIN 18363 einen begrenzten organischen Anteil enthalten darf. Sie ist leichter zu verarbeiten als reine, zweikomponentige Silikatfarbe und braucht ebenfalls einen mineralischen Untergrund.
DIN EN 1062-1
Norm, nach der Beschichtungen für mineralische Untergründe und Beton im Außenbereich in Klassen eingeteilt werden, unter anderem nach Wasserdampfdurchlässigkeit (V), Wasserdurchlässigkeit (W) und Glanzgrad (G).
Emissionsgrad
Gibt an, wie stark eine Oberfläche Wärme abstrahlt, verglichen mit einem idealen Strahler. Gewöhnliche Putze und Farben strahlen nahezu wie ein idealer Körper; ein niedriger Emissionsgrad bedeutet weniger Abstrahlung. Beschichtetes Isolierglas nutzt das Prinzip seit Jahrzehnten.
Fb-Code
Angabe zur Farbtonbeständigkeit nach BFS-Merkblatt Nr. 26 des Bundesausschusses Farbe und Sachwertschutz, mit Buchstabe und Ziffer, zum Beispiel A1 für die beste Klasse. Bei kräftigen Tönen auf Süd- oder Westseiten besonders wichtig.

G bis S

G-Klasse (Glanzgrad)
Glanzgrad nach DIN EN 1062-1 von G1 (glänzend) bis G3 (matt). Fassadenfarben sind meist G3.
GModG
Gebäudemodernisierungsgesetz. So heißt das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) seit dem 29. Juli 2026. Die Regel für Änderungen an bestehenden Gebäuden, früher § 48 GEG, steht heute in § 36 GModG; die Höchstwerte stehen in Anlage 7.
Hellbezugswert
Maß für die Helligkeit eines Farbtons zwischen 0 (Schwarz) und 100 (Weiß). Viele Hersteller von Wärmedämm-Verbundsystemen schreiben einen Mindestwert vor, damit sich die Oberfläche in der Sonne nicht zu stark aufheizt. Der genaue Wert steht in der Systemunterlage.
iSFP
Individueller Sanierungsfahrplan. Er ordnet Maßnahmen an Fassade, Dach, Fenstern und Heizung in eine sinnvolle Reihenfolge. Mit iSFP steigt der Fördersatz um 5 Prozent und die förderfähigen Ausgaben für die erste Wohneinheit von 30.000 auf bis zu 60.000 Euro. Bei einem Haus mit einer Wohneinheit gilt der Bonus allerdings erst für den Betrag oberhalb von 30.000 Euro.
Kreiden
Alterung eines Anstrichs, bei der sich Bindemittel an der Oberfläche abbaut. Erkennbar an der Wischprobe: Bleibt beim Darüberstreichen viel Farbpulver an der Hand, kreidet der Altanstrich. Ein Fall für Reinigung und Neuanstrich.
sd-Wert
Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke in Metern. Er beschreibt, wie stark ein Anstrich den Wasserdampf bremst: je kleiner, desto offener.
Silikatfarbe
Farbe mit Kaliwasserglas als Bindemittel, das mit einem mineralischen Untergrund chemisch reagiert (Verkieselung). Auf alten Kunstharzanstrichen hält sie ohne freigegebenes Zwischensystem nicht.

U bis W

U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K). Er gibt an, wie viel Wärmeleistung je Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied durch ein Bauteil geht. Für Außenwände von Wohngebäuden verlangt das GModG bei Putzerneuerung oder Dämmung höchstens 0,24 W/(m²·K). Berechnet wird er nach § 37 GModG gemäß DIN 4108-4 und DIN EN ISO 6946.
V-Klasse
Wasserdampf-Diffusionsstromdichte nach DIN EN 1062-1. V1 bedeutet hohe Durchlässigkeit, V3 niedrige. Wichtig vor allem auf alten Kalk- und Kalkzementputzen.
W-Klasse
Wasserdurchlässigkeit nach DIN EN 1062-1 von W1 bis W3. W3 heißt niedrige Wasseraufnahme und damit guter Schlagregenschutz. Erst zusammen mit einer hohen Diffusionsklasse wie V1 ergibt sich ein Anstrich, der die Wand auch trocknen lässt.
Wärmeleitfähigkeit λ
Materialkennwert in W/(m·K). Zusammen mit der Dicke ergibt sie den Wärmedurchlasswiderstand einer Schicht (Dicke geteilt durch λ). Übliche Dämmstoffe liegen etwa bei 0,035 W/(m·K); das GModG nimmt diesen Bemessungswert auch für Fälle mit begrenzter Dämmdicke als Maßstab.
WDVS
Wärmedämm-Verbundsystem: außen aufgeklebte Dämmplatten mit Armierung und Putz. Welche Farbe darauf erlaubt ist, legt die Freigabe des Systemherstellers fest.